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Wie wirkt die Pille eigentlich?

Vorgegaukelte Schwangerschaft? So wirkt die Pille wirklich!

Vielleicht kennst du ja diesen Mythos auch, dass die Antibabypille dem Körper eine Schwangerschaft vorgaukelt. Das ist aber nicht der Fall. In diesem Blogpost erkläre ich Dir ausführlich, wie die Pille wirkt und ob sie wirklich unseren Zyklus bzw. unsere Periode regulieren kann.


Du möchtest den Beitrag lieber hören statt lesen? Kein Problem: Alle Infos zur Wirkweise der Pille kannst Du Dir auch in der aktuellen Folge meines Podcasts »Bodysynchron – Der Podcast rund um den weiblichen Körper« anhören. Du findest den Beitrag auf Spotify, Apple oder direkt hier!





Beginnen wir einmal ganz von vorne. Die meisten Pillen, die heute verschrieben werden, sind Kombinationspräparate: Sie enthalten also eine Kombination aus zwei Wirkstoffen. Der eine Wirkstoff ist ein Ersatz für eines deiner wichtigsten Sexualhormone, das Östrogen. Meistens kommt hier das sogenannte Ethinylestradiol zum Einsatz. Dieses unterscheidet sich von unserem körpereigenen Östrogen und wirkt auch stärker.

In der Pille steckt aber nicht nur künstliches Östrogen, sondern noch ein weiteres künstliches Hormon – und zwar ein Ersatz für dein zweites wichtiges Sexualhormon: das Progesteron. Dieser Hormonersatzstoff wird auch Gestagen bzw. Progestin genannt und taucht in vielen unterschiedlichen Formen auf. Je nachdem, welches Gestagen in der Pille verwendet wurde, spricht man von einer Pille in der 1.,2.,3. oder 4. Generation. 

Wir haben also normalerweise zwei künstliche Hormone in der Pille: Den Ersatzstoff für Östrogen und den Ersatzstoff für Progesteron. Diese Kombinationen werden als Einphasenpräparate angeboten. Das bedeutet, dass die Frau mit diesen Pillen während der ganzen Einnahmezeit immer die gleiche Menge der beiden Hormone einnimmt.

Pille wirkt, indem sie Dich dauerhaft in die Lutealphase schickt

Wenn Du die Pille schluckst, gelangen die enthaltenen Hormone über den Magen-Darm-Trakt in den Blutkreislauf und kommen schließlich bei der Hypophyse an – einer wichtigen Schaltzentrale im Gehirn, die unter anderem die Ausschüttung der Sexualhormone regelt. 

Deine Hypophyse kann die künstlichen Hormone nicht von den körpereigenen unterscheiden. Aufgrund des künstlichen Hormonspiegels denkt sie, dass Dein Eisprung schon stattgefunden hat und Du Dich in der Phase nach dem Eisprung, der sogenannten Lutealphase befindest.   

Warum das? Bei Deinem Eisprung springt eine reife Eizelle aus ihrer Hülle, die man Follikel nennt, in den Eileiter. Die leere Hülle verschwindet aber nicht einfach: Dein Körper wandelt diese in eine Hormondrüse um. Diese Drüse wird auch Gelbkörper genannt. Und dieser Gelbkörper beginnt nun nach dem Eisprung, Progesteron (und auch etwas Östrogen) zu produzieren, das deine Gebärmutterschleimhaut aufrecht hält, damit sich im Uterus eine befruchtete Eizelle einnisten kann. 

So wirkt die Pille auf deinen Zyklus ein
So wirkt die Pille auf deinen Zyklus ein.

Dein Gehirn denkt also, dass Du in der Lutealphase steckst und schüttet deswegen keine Hormone mehr aus, die die Tätigkeit der Eierstöcke anregen. So reift keine Eizelle heran und es gibt auch keinen Eisprung mehr. 

Das ist aber noch nicht alles: Denn das Gestagen verändert auch noch den Schleim an Deinem Muttermund so, dass sich eine Pfropf bildet, der den Eingang verstopft. So können keine Spermien mehr hindurch schwimmen. Auf diese Weise ist eine Befruchtung unmöglich. Daneben sorgt es dafür, dass sich die Schleimhaut in Deiner Gebärmutter verändert, sodass sich darin keine Eizelle einnisten kann. 

Vielleicht fragst Du Dich jetzt, was aber nun in den Tagen passiert, in denen Du eine Pillenpause einlegst? Dadurch, dass Du die Pille weglässt, kracht die Anzahl der Sexualhormone in Deinem Körper nach unten. Das löst wiederum eine Abbruchblutung aus, die jedoch keine echte Menstruation ist. 

Eine Abbruchblutung ist keine echte Periode

Es gibt übrigens keinerlei medizinischen Grund für diese monatliche Blutung bei der Pille. Der Grund, warum die Pharmaindustrie diese vermeintliche Monatsblutung einbaute, ist rein taktisch: Als die Pille zu Beginn der 1950er als Verhütungsmittel erfunden wurde, war Verhütung noch nicht legal. Man tarnte die Pille daher zuerst als Mittel zur Behandlung weiblicher Beschwerden und zur Regulierung der Menstruation.

Diese Täuschung findet leider bis heute in vielen gynäkologischen Praxen statt: Einige Ärzt*innen verschreiben die Pille als ein Mittel, das den Zyklus reguliert – obwohl die Pille doch in Wahrheit den kompletten Zyklus ausknipst.

Denn da Du dem Körper nach dieser pillenfreien Woche sofort wieder Hormone gibst, hat er niemals eine Chance, eigene Hormone zu produzieren. Solange Du die Pille nimmst, existiert kein Zyklus und Deine Hormonproduktion liegt auf Eis, was leider einige Nebenwirkungen und Risiken mit sich bringen kann.

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